Kreative Spielräume fördern Motivation und Lernen

Das würden wohl viele so bestätigen. Und doch bin auch ich selbst viel zu oft gefangen in der Fülle der Vorgaben durch Lehrpläne und Prüfungen. Und doch: Immer wenn ich mal wieder „ausbreche“ und mich und meine SchülerInnen „befreie“ passieren Dinge, die mich überraschen und die ich so nie planen bzw. von meinen SchülerInnen erwarten würde.

Ja was denn? Geht das auch konkreter?

Gut, dass mich diese Überschrift daran erinnert. Hier sollen nämlich in erster Linie konkrete und praktisch-pragmatische Beispiele und Tipps geteilt und im besten Falle ausgetauscht werden. Also ein Beispiel:

Ich unterrichte in einer Klasse Programmieren für Anfänger in einem Kurs, der nur ein halbes Jahr, aber immerhin mit vier Unterrichtsstunden pro Woche läuft. Den Kurs starte ich schon seit Jahren mit Legorobotern und Lernjobs (z.B. lj01_rundfahrtenev3), die in der Schwierigkeit ansteigen. Sie sind teilweise aufeinander aufbauend, aber auch unabhängig voneinander umsetzbar. Ein Übersichtsdokument (soselem1_lj_kurz) zeigt diese Abhängigkeiten und gibt eine Kurzbeschreibung zu jedem Lernjob. So konnten die SchülerInnen bisher oft ihren eigenen  Lernweg wählen, waren aber immer noch ziemlich gebunden an diese Lernjobs. Das Konzept funktionierte eine Weile ganz gut und ich habe sogar einen Preis damit gewonnen (coolMINT 2010).

Und dann?

In diesem Schuljahr bin ich nun also noch offener gestartet. Erstmal arbeitete ich bei den Robotern mit der grafischen Entwicklungsumgebung von Lego(R) und folgendem Lernjob (lj_autonomesfahren). Schon an der Struktur ist einiges anders:

  • Die SchülerInnen arbeiten in Teams
  • Sie arbeiten an realitätsnahen Aufgaben (Bsp. zum autonomen Fahren/ Fahrassistenzsysteme)
  • Sie planen und dokumentieren ihre Arbeit (hier kreativ mit Hilfe von in mahara)

Das erstaunliche war nun, dass ein Team bereits in der ersten Stunde ein ziemlich komplexes Fahrmanöver programmiert hatte. Sie haben sich selbstständig über weitere, bisher ihnen unbekannte Programmbausteine informiert und diese clever kombiniert. Dabei haben sie z.B. auch Kontrollstrukturen wie Schleifen und Bedingungen genutzt, die in den Kursen davor erst 2-3 Wochen später behandelt wurden. Nicht verschweigen möchte ich, dass zwei Teams mit dieser Offenheit von Aufgabenstellung und den vielen neuen Einflüssen (neue Schule, neue Klasse, neues Fach, neues Thema, neues Programm, freie Arbeitsweise, wenig konkrete Anleitung/ Führung) überfordert waren. Hier bin ich spontan mit diesen Gruppen ins Gespräch gegangen und habe gemeinsam mit ihnen eine angepasste Aufgabenstellung entwickelt, die allerdings nicht schriftlich dokumentiert wurde. Auf diese weise konnten auch diese beiden Gruppen im Folgenden ziemlich selbstständig arbeiten und zumindest zufriedenstellende oder sogar gute Ergebnisse erarbeiten.

Allerdings wählten die SchülerInne auch in dieser Form ihre inhaltliche Aufgabe immer noch im Rahmen einer Auswahl (allerdings ziemlich offen, s. 2. Seite des unteren Lernjobs). Was passiert, wenn man (zu einem anderen Thema (Tabellenkalkulation) – in einer anderen Klasse – noch offener startet schreibe ich im nächsten Blogbeitrag;-)

Wenn du Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag, dem angehängten Material oder der Arbeitsweise hast freue ich mich über einen Kommentar 😉

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