2017 wird mein Unterricht „agile“

In der Softwareentwicklung werden schon seit einigen Jahren Agile Methoden eingesetzt. Nach den Prinzipien Scrum und Kanban versuchen entsprechende Unternehmen, Produkte immer passgenauer in Bezug auf die Wünsche der Kunden zu erstellen. Dabei arbeiten sie in kleinen Projektteams mit hoher Eigenverantwortung.

Warum soll ich das nun in der Schule wollen?

Seit einiger Zeit versuche ich, die Prinzipien Selbstgesteuertes Lernen/ Individualisierung in meinem Unterricht umzusetzen. Ich erstellte also Lernjobs, die insbesondere kreative Freiräume für die Lernenden ermöglichten. Orientiert habe ich mich dabei an den Konzepten von Andreas Müller (Institut Beatenberg CH) und (darauf aufbauend) am Lernschrittkonzept, das im Wesentlichen an der hessischen Oscar-von-Miller Schule in Kassel entwickelt wurde und sich nun über das Lehrerbildungsprojekt Leif verbreitet. Individualisierung finde ich schon ziemlich gut. Was besseres, als individuell passende Aufgaben kanns ja eigentlich gar nicht geben. Nur: Sind Lernjobs wirklich so individuell und die Selbstständigkeit fördernd wie sie es zu sein scheinen? Hier kommt es mir doch sehr stark auf die Gestaltung der Aufgabenstellung an. Und wie und wann soll ich all die Lernprodukte wertschätzen und notwendigerweise sogar bewerten? Als Lehrer an einer Berufsschule habe ich in der Regel weit mehr als 100 SchülerInnen im Unterricht. Das scheint erstmal eine ziemlich unmögliche Aufgabe…

Zwischenlösung: Gruppenarbeiten und mahara zur Präsentation

Schon seit einiger Zeit denke ich mir daher: Individualisierung ist gut gemeint, für mich aber (bisher) nur situativ (z.B. im Coaching) umsetzbar. Also: Mehr Gruppenarbeiten statt Einzelarbeiten – ist nicht ganz so individuell – aber immer noch besser als wenn alle das gleiche machen (müssen). Es gab also weiter Lernjobs, die nun (seit Anfang des Schuljahres 2016/17 in 2 Klassen umgesetzt) in Form von Gruppenarbeiten bearbeitet wurden und deren Ergebnisse (weiter mit großem kreativem Spielraum, von der Themenwahl bis zur Form der Präsentation) auf mahara präsentiert wurden. Zu dieser Phase werde ich in den nächsten Tagen einen weiteren Post veröffentlichen…

Klassische Probleme von Gruppenarbeiten

  • ungleiche Verteilung der Arbeit innerhalb der Gruppen
  • tw. schlechte Planung der Gruppenarbeit
  • Zeitmanagementprobleme in den Gruppen (anfangs zu wenig gemacht bzw. auf zu Hause verschoben, dann Zeit weggelaufen…)

Und jetzt: Probieren wir´s mit scrum!

Die gerade genannten Probleme tauchen ja immer wieder bei Gruppenarbeiten auf.  Mit scrum möchte ich diesen nun ganz neu begegnen. Hier die Hauptvorteile, die ich von scrum in der Schule erwarte:

  • Die Schülerinnen sind schon bei der Aufgabengestaltung (Entwicklung von Storys) stark eingebunden (sind ihre eigenen „Product Owner“?)
  • SchülerInnen bekommen schnell, qualifiziert und von verschiedenen Seiten Feedback zu ihrer (Gruppen-) Arbeit
  • Die Arbeit, insbesondere auch die Arbeitsplanung ist transparent und sichtbar
  • Die Arbeitsteilung in Gruppen ist besser organisierbar
  • Lern- und Arbeitsfortschritte sind sichtbar
  • es ist bunt und macht Spaß
  • auch meine Arbeit wird transparenter
  • Die Teilaufgaben lassen sich im Prozess gut anpassen

Soweit also meine Erwartungen und Ansätze der Beweggründe. Nun folgen die Praxiserfahrungen…

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2 Gedanken zu “2017 wird mein Unterricht „agile“

    • Das freut mich, ich arbeite gerade an den nächsten Beiträgen. Gerade heute haben meine Schülerinnen sich in neuen Teams gefunden und ernsthaft konstruktiv ihre Teamchartas erarbeitet… Es bleibt spannend! Danke für die guten Wünsche!

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